Julia Franziska Keser

STUDIO JFK’s Vision ist es einem Raum eine Seele zu geben, kraftvolle und ästhetische Kunst zu schaffen, die einen Raum erfüllt und inspiriert, jedoch niemals dominiert. 

 

Die gebürtige Werfenwengerin ist im Herzen des Tennengebirges aufgewachsen. Seit einigen Jahren lebt und arbeitet sie in der Stadt Salzburg. Eben aus diesen konträren Vegetationen nimmt die Künstlerin ihre Inspiration für ihre Werke. So auch für die exklusive Serie „Shades of White“. 

 

Julia liebt die Natur und das Gebirge genau so sehr, wie das urbane Stadtleben mit Asphalt und Beton. Die Geschichte, die „Shades of White“ erzählt, ist jene des Lebens, mit den Höhen und Tiefen, Erinnerungen und Erlebnissen, positiven sowie negativen. Die Geschichte von jenen Dingen, die das Leben prägen und formen, von den Momenten, die wirklich zählen.

Was ich an Kunst liebe? Alles.

Julia Franziska Keser

Interview

von Lisa Hollogschwandtner

Wer bist du?

Das kann jetzt die schwierigste oder die einfachste Frage überhaupt sein. Ich fange mal so an: Ich bin Julia, wohne in Salzburg und bin Kunstschaffende.

Ich darf dich heute in einer Doppelrolle interviewen: Einerseits als Künstlerin, andererseits auch als ganz essenziellen Part des White Wall Collectors Club. Welches Ziel verfolgt ihr mit diesem Projekt?

Prinzipiell brodelt die Idee schon ganz lange in uns allen. Unser Ziel ist es, etwas Cooles, Neues zu schaffen, eine Plattform, die kreativen, kunstschaffenden Menschen die Möglichkeit gibt, ihre Arbeit komplett wertfrei zu zeigen. Und einen Begegnungsort mit all jenen, die Kunst einfach nur genießen und betrachten möchten. Besonders wichtig ist uns, dass wirklich die Kunst im Fokus steht – ohne irgendeine Ablenkung rundherum. 

Was liebst du an Kunst? Und gibt es auch etwas, das dich stört?

Was ich an Kunst liebe? Alles. Kunst steckt immer in mir, sie ist meine Leidenschaft und mein Lebenselixier. Ich glaube, dafür kann man sich gar nicht bewusst entscheiden – entweder man ist so, oder nicht. Ich liebe es Kunst zu schaffen, zu betrachten, zu konsumieren. Was ich schwierig finde ist, dass so oft von dem abgelenkt wird, um das es eigentlich geht. Und das ist für mich genau eine Frage: Lässt mich ein Kunstwerk etwas spüren, oder nicht? Unterm Strich geht es für mich ausschließlich um Emotionen, ums Fühlen.

Was muss Kunst haben oder bieten, damit sie Emotionen auslöst?

Das ist eine sehr schwierige Frage, weil das so etwas individuelles ist. Jede:n spricht etwas anderes an – und genau das möchten wir bei Le Début auch zeigen. Ein Werk kann in einer Person ganz intensive Emotionen auslösen – und für die nächste Person ist es gar nicht interessant. Deshalb zeigen wir ganz bewusst Arbeiten aus möglichst vielen unterschiedlichen Kunstdisziplinen. Ich habe auf die Frage also keine pauschale Antwort – ob Kunst „gut“ ist oder nicht, muss jede:r für sich selber entscheiden.

Was ist deine Hauptaufgabe im White Wall Collectors Club?

Wir haben das Konzept alle gemeinsam geschaffen, folglich sind auch die Aufgabenbereiche nicht strikt getrennt. Mein Fokus liegt aber auf der Kunstkuration und Organisation der Künstler:innen. Das heißt vor allem auch sicherzustellen, dass die Werke letztlich so präsentiert werden, wie wir uns das gemeinsam vorstellen.

Du hast dich erst kürzlich dazu entschieden, dich beruflich vollständig auf die Kunst zu konzentrieren. Was hat sich dadurch verändert?

Was ich schon jetzt merke ist, dass ich wieder offener und freier werde und mich wieder stärker auf meine Kunst einlassen kann. Mein Zugang hat sich nicht verändert, aber meine Arbeitsweise wird sich verändern, weil ich mich ganz auf die Kunst fokussieren und mehr Zeit in die Arbeit investieren kann. 

Kannst du mir ein bisschen mehr über deinen Arbeitsprozess erzählen?

Jein. (lacht) Meine Arbeitsprozesse sind von Werk zu Werk sehr unterschiedlich. Prinzipiell ist mein Motto: „Einfach machen!“. Ich habe oft jahrelang Ideen im Kopf und wenn der richtige Moment kommt, dann beginne ich einfach – egal ob in meinem Atelier, im Wohnzimmer bei uns zu Hause oder in meinem Elternhaus in Werfenweng. Ich arbeite häufig mit sehr vielen Schichten – entsprechend lange kann es auch dauern, bis ein Werk für mich wirklich fertig ist. Ich finde es sehr wichtig, diesem Prozess – und damit der Kunst – die Zeit zu geben, die sie braucht. Gerade bei „Shades of White“ geht es um die Höhen und Tiefen im Leben, darum, dass nicht immer alles geradlinig verläuft – und ich glaube, das ist das Spannende bei meinen Bildern. Man kann immer wieder etwas Neues darin entdecken, etwas Neues spüren. 

Wie weißt du, dass ein Kunstwerk fertig ist?

Wenn ich kein unwohles Gefühl mehr habe, wenn ich es betrachte. Ich glaube so lässt sich das am besten zusammenfassen… Wenn ein Bild von mir an der Wand hängt und ich das Gefühl habe, irgendetwas passt da noch nicht, macht mich das ganz unrund. (lacht) Das kann dann auch dazu führen, dass ich Partien in einem Gemälde nochmal zerstöre, die eigentlich schon „perfekt“ waren. Das ist ein Risiko, das man eingehen muss. Irgendwann kommt dann der Punkt, an dem es sich richtig anfühlt, es gut sein zu lassen. 

Was sind deine Assoziationen mit einer weißen Wand?

Alles und nichts. Und genau darin liegt für mich das Spannende. In der Malerei wäre das Pendant dazu für mich die weiße Leinwand, die mir als Künstlerin die Möglichkeit und Freiheit gibt, alles zu tun, was ich möchte. Als White Wall Collectors Club ist die weiße Wand für uns das Antonym zu jeder Art von Ablenkung. Richtig Seele hat sie dann aber erst mit Kunst und Menschen. 

Fast and final – wie würdest du dich selbst in drei Punkten beschreiben?

Ich bin sehr straight und ehrlich, ich denke sehr stark ans Gemeinwohl – manchmal vielleicht ein bisschen zu viel – und bin hilfsbereit und herzlich. Und in mir schlummert ein kreatives Chaos! 

Werke

Shades of White © Julia Franziska Keser
Granada Project © Julia Franziska Keser